Weihnachten und mehr

Weihnachten – ein Phänomen für sich.

Zwar nicht so lustig wie das Phänomen Nina, aber es gibt immerhin Geschenke und das ist ja auch was Gutes.

Wer denkt eigentlich heutzutage an Weihnachten noch an die Geburt Jesu Christi in einem Stall in Bethlehem? Wer weiß eigentlich noch, dass die Heiligen drei Könige, Caspar, Melchior und Balthasar, dem Christuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe an die Krippe gebracht haben? Wer erinnert sich noch daran, dass der böse König so viele Kleinkinder töten ließ, weil er Angst vor dem Christuskind hatte?

Ich weiß das alles noch. Und dabei habe ich einmal den Vergleich zwischen der Bibel und den Märchen der Gebrüder Grimm aufgestellt. Für mich ist die Bibel in etwa so glaubhaft, vielleicht sind manchmal die Märchen sogar noch realistischer und hilfreicher: die haben schließlich am Ende immer eine Moral stehen.

In 2000 Jahren werden unsere Nachkommen die Harry Potter-Bücher und Pokémon-Spiele finden. Werden die dann wohl glauben, dass zu unserer Zeit Zauberer, Hexen und Pokémon gelebt haben?

Werden sie denken, dass Harry Potter unserer Christuskind der Moderne ist und ihn anbeten? Wird eine neue Religion namens Pokeismus entstehen?

Die einen glauben an Harry Potter, die anderen an Ash Ketchum aus Alabastia, der in die Welt zog, um Pokémonmeister zu werden.

Wohl kaum. Tut mir Leid für alle, die gläubig sind und sich hierher verirrt haben, ihr solltet besser auf das kleine X oben rechts klicken und vergessen, was ihr hier gelesen habt.

Ich versuche nur ein bisschen  zu erläutern, warum ich Atheist bin.

Das muss ja jetzt aber auch nicht ausgedehnt werden, denn wir wollten ja über das Phänomen Weihnachten sinnieren.

Zu Weihnachten gehören für mich Weihnachtslieder, die einem nach dem zweiten Hören wieder aus den Ohren rauskommen, Plätzchen backen und natürlich ein Weihnachtsbaum.

Ende November bin ich noch voll in Weihnachtsstimmung. Schon da wird die Rolf Zukowski-Winterkinder-Kassette rausgesucht und lauthals mitgegrölt.

Ein Schrecken für die Nachbarn, ich find das zu dem Zeitpunkt noch toll. Doch spätestens, wenn Anfang Dezember die Nachbarskinder anfangen, früh morgens „In der Weihnachtsbäckerei“ zu kreischen und mich damit aus dem Schlaf reißen, ist auch meine Weihnachtslieder-Hörzeit vorbei.

Dann macht man sich ans Plätzchen backen. Es klebt und es kleckert und es macht Dreck – und im Endeffekt hat man auch nach dem Plätzchenbacken keinen Hunger mehr auf Plätzchen, weil einem vom Verzehr des rohen Plätzchenteiges schlecht geworden ist (Salmonellen lassen grüßen).

Wenigstens sind meine Kekse dieses Jahr nicht verbrannt. Nur irgendwie waren sie nicht süß genug, aber gegessen wurden sie ja irgendwie doch.

Nun kommen wir also zu dem Baum. Unser Weihnachtsbaum ist grundsätzlich der Hässlichste, den man finden kann. Ich glaub, das sagt so ziemlich jedes Kind. Letztes Jahr war der Baum so groß, dass er beim Transport im Auto die Windschutzscheibe kaputt gemacht hat. Und jedes Jahr heißt es bei uns dann wieder: Nächstes Jahr wird der Baum kleiner. Das hatten wir auch schon vorletztes Jahr gesagt, das Resultat hat schließlich 200-300€ Reparaturkosten gekostet.

Dieses Jahr dann wieder: Es gibt nur einen kleinen Baum.

Damit kann ich ja leben. Nur das,  was bei uns gerade im Wohnzimmer steht, ist sicherlich kein kleiner Baum. Die Spitze musste ein ganzes Stück gekürzt werden, damit er überhaupt bei uns ins Haus passt. Und er ist hässlich.

Untenrum ist er schön bauschig und flauschig (schaltet eure perversen Gedanken ab!), aber obenrum ist er einfach kahl. Da sind ein zwei kleine Ästchen, aber sonst nur gähnende Leere. Und die Ausrede meiner Eltern: Die Bäume in der Schonung waren alle hässlich, da war der hier noch der Schönste.

Klar, er war bestimmt auch der Kleinste weit und breit.

Dann gab es dieses Jahr noch eine Diskussion über die Schmückfarbe. Wir hatten die letzten Jahre immer rot, rot-orange oder orange. Ich find orange ja so zum kotzen. Also hab ich mich durch gesetzt für einen Blau-silbernen Baum.

Noch ist der nicht geschmückt. Und ich wette, der wird irgendwann morgens heimlich geschmückt wenn ich noch schlafe und ich steh dann nachmittags vor dem orange-roten Ergebnis.

Ich kenne doch meine Eltern.

Morgen kommt dann mein Bruder nach Hause. Ich sollte mir schon mal heimlich Cola und Essen in meinem Zimmer bunkern, ansonsten muss ich wieder verhungern und verdursten. Der Junge frisst auch alles, was ihm in den Weg kommt. Und ich steh dann wieder ohne Mittagessen da. Diesmal nicht! Und das Trinken muss ich auch Bunkern.

Des Weiteren muss ich noch Geschenke einpacken. Bzw. einen Gutschein gestalten.

Ich sollte mir eine To do-Liste anlegen.

[ ] Geschenke einpacken

[ ] Gutschein gestalten

[ ] Essen bunkern

[ ] Trinken verstecken

[ ] Silvester planen

[ ] Acryllfarbe kaufen

[ ] Bildmotiv finden

[ ] Zimmer aufräumen

[ ] Beschäftigung für Ferien suchen

[ ] Fotorahmen kaufen

[ ] Neue Fotos machen

[ ] um neue Musik kümmern

[x] MyBlog in den Arsch treten, damit nicht wieder meine gerade geschriebenen Blogeinträge verschwinden

Frohe Weihnachten!

22.12.08 16:26

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen